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PV-Anlagen FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?
Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um.
Solarthermie nutzt die Sonnenenergie zur Erwärmung von Wasser oder zur Heizungsunterstützung.
Beide Systeme können kombiniert werden, haben aber unterschiedliche Komponenten und Einsatzbereiche.
Wie funktioniert eine PV‑Anlage?
Solarzellen (meist aus Silizium) wandeln das Sonnenlicht in Gleichstrom um. Ein Wechselrichterwandelt diesen in haushaltsüblichen Wechselstrom.
Dieser Strom kann direkt im Haushalt genutzt, in einem Batteriespeicher zwischengespeichert oder ins öffentliche Netz eingespeist werden.
Was bedeutet kWp (Kilowatt Peak)?
kWp ist die Spitzenleistung einer PV‑Anlage unter standardisierten Laborbedingungen.
Sie gibt an, wie viel Strom die Anlage bei idealer Sonneneinstrahlung (1000 W/m²) maximal liefern kann.
👉 Faustregel: 1 kWp erzeugt in Österreich etwa 900–1.100 kWh Strom pro Jahr.
Welche Arten von Solarmodulen gibt es?
Modultyp Wirkungsgrad Preis OptikMonokristallin Hoch (bis 23 %) Höher Einheitlich dunkel
Polykristallin Mittel (bis 20 %) Günstiger Bläulich, strukturiert
Dünnschicht Niedriger Günstig Flexibel, leicht💰
Sind PV-Anlagen noch wirtschaftlich?
Die klare Antwort
Kurz gesagt: Ja – unter den richtigen Rahmenbedingungen sogar sehr.
Die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen hat sich in den letzten Jahren verschoben – aber nicht verschlechtert. Sie ist heute anders, nämlich abhängiger von Eigenverbrauch, Speicherintegration und Strompreisentwicklung.
Was sind die entscheidenden Wirtschaftsfaktoren?
Eigenverbrauchsquote
Je höher, desto rentabler. Einspeisevergütung ist gesunken, aber Netzstrom kostet 30–40 ct/kWh – selbst erzeugter Solarstrom spart genau das.
Speicher
Macht bei hohem Eigenverbrauch Sinn (Amortisation 8–12 Jahre). Bei reiner Volleinspeisung oft noch nicht wirtschaftlich.
Systempreise
Modulpreise sind auf Rekordtief (ca. 0,11–0,18 €/Wp). Wechselrichter und Montage sind die größeren Kostenblöcke geworden.
Förderung
EAG‑Investitionszuschuss, steuerliche Abschreibung (Sonder-AfA), verbessern die Rendite deutlich.
Strompreissteigerung
Jede Prognose geht von weiter steigenden Netzkosten aus – das macht die PV langfristig immer attraktiver.
Wann lohnt es sich?
Hoher Tagstromverbrauch (Produktion, Kühlung, E-Mobilität)
Gewerbliche Anlagen mit steuerlichen Vorteilen
Kombination mit Wärmepumpe oder E-Auto-Ladung
Eigenverbrauch > 60 %
Wann lohnt es nicht?
Reine Volleinspeisung ohne Speicher
Kleine Anlagen mit sehr niedrigem Verbrauch
Sehr verschattete oder suboptimal ausgerichtete Dächer
Eigenverbrauch < 30 %
Bleibt die PV wirtschaftlich?
Ja, und zwar aus diesen Gründen:
Strompreise steigen – langfristig erwarten Experten 40–50 ct/kWh.
Technologie wird günstiger – Effizienzsteigerungen und sinkende Materialkosten setzen sich fort.
Fazit für Ihr Projekt
Wenn Sie Ihre PV-Anlage auf Eigenverbrauch optimieren, Fördermöglichkeiten nutzen und auf hochwertige Komponenten mit gutem Temperaturverhalten (wie Ihre Module mit -0,29 %/°C) setzen,
dann ist eine PV-Anlage nicht nur wirtschaftlich – sondern eine der renditestärksten Investitionen im Bereich erneuerbare Energien.
Was kostet eine PV‑Anlage in Österreich?
Die Kosten liegen aktuell (2026) bei etwa 1.000–1.500 € pro kWp inklusive Montage.
👉 Beispiel: Eine 10‑kWp‑Anlage kostet also rund 10.000–15.000 €.
Anlagengröße Geschätzte Kosten (inkl. Montage)
5 kWp 5.000–7.500 €
10 kWp 10.000–15.000 €
15 kWp 15.000–22.500 €
Achtung: Die angegebenen Schätzkosten beziehen sich auf marktübliche Preise – jedoch ohne Speicherlösung.
Denn erst die Kombination aus hocheffizienter Modultechnologie, starkem Wirkungsgrad und hoher Resilienz (z. B. durch Hagelklasse 5) macht Ihre Photovoltaikanlage zukunftssicher.
Möchten Sie zusätzlich einen Stromspeicher oder eine Wallbox für Ihr E-Auto integrieren, ist eine individuelle Kostenermittlung unerlässlich.
Mit unserem PV-Rechner gelangen Sie schnell und unkompliziert zu einer realistischen Kostenschätzung – ganz nach Ihren persönlichen Bedürfnissen. So behalten Sie den Durchblick und können Ihre nachhaltige Energiezukunft klar planen.
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Welche Förderungen gibt es für PV‑Anlagen in Österreich?
Die Förderung erfolgt nach dem Erneuerbaren‑Ausbau‑Gesetz (EAG) und wird von der OeMAG(Österreichische Abwicklungsstelle für Ökostrom) abgewickelt.
Förderart DetailsEAG‑Investitionszuschuss Einmaliger Investitionszuschuss für PV‑Anlagen und Speicher (Stand 2026)
PV‑Förderung Je nach Kategorie: 120–150 €/kWp
Speicherförderung 150 €/kWh für gleichzeitig neu errichtete Speicher
„Made‑in‑Europe“‑Bonus Bis zu 20 % Zuschlag auf europäische Komponenten (ab 2. Förderrunde)
👉 Wichtig: Förderungen sind zeitlich begrenzt und werden in Fördercalls vergeben. Die Anträge müssen innerhalb fester Zeitfenster gestellt werden.
Wie hoch sind die Fördersätze im Detail?
Anlagenkategorie Leistung Fördersatz
Kategorie A bis 10 kWp 150 €/kWp
Kategorie B > 10 bis 20 kWp 140 €/kWp
Kategorie C > 20 bis 100 kWp 130 €/kWp (maximal)
Kategorie D > 100 bis 1.000 kWp 120 €/kWp (maximal)
Speicher (je nach Kategorie) 150 €/kWh
Quelle: EAG‑Förderrichtlinien 2026📋
Muss ich meine PV‑Anlage anmelden?
Ja – das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Bei Nichtanmeldung drohen Strafen und du erhältst keine Einspeisevergütung.
Wo muss ich meine PV-Anlage in Österreich anmelden?
Die Anmeldung einer Photovoltaikanlage in Österreich erfolgt auf mehreren Ebenen.
Hier finden Sie die wichtigsten Stellen und Zuständigkeiten:
🔌 1. Anmeldung beim Netzbetreiber
Zuständig: Der lokale Netzbetreiber an Ihrem Hausanschluss (über 120 verschiedene in Österreich)
Zeitpunkt: Vor der Errichtung ZÄHLPUNKT BEANTRAGEN / Inbetriebnahme (Anschlussbegehren nach der Installation)
Erforderliche Unterlagen:
• Einlinienschema/Schaltplan der PV-Anlage
• Datenblatt des Wechselrichters (mit Konformität zu ÖVE/ÖNORM E 8001)
• Angabe der installierten Peak-Leistung (kWp)
• Angabe der maximalen Wechselrichterleistung (kW AC)• Zählpunktbezeichnung (ZP-Nummer von der Stromrechnung)
Wichtig: Die Anlage darf erst nach schriftlicher Genehmigung durch den Netzbetreiber in Betrieb genommen werden .
📝 2. Meldung bei der E-Control (Ökostrombüro)
Zuständig: E-Control / Stromnachweisdatenbank Seit wann: Seit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) 2021 gilt eine Meldepflicht für alle PV-Anlagen ab 1 kWp
Warum wichtig:
• Voraussetzung für den Anspruch auf OeMAG-Marktprämie (Einspeisetarif)
• Voraussetzung für EAG-Investitionszuschüsse
• Befreiung von der Elektrizitätsabgabe auf eigenverbrauchten Strom Meldung: Online über das Ökostromportal der E-Control – spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme
🏛️ 3. OeMAG-Registrierung (für Einspeisetarif)
Zuständig: OeMAG (Ökostromabwicklungsstelle Austria GmbH)
Für wen: Anlagen, die überschüssigen Strom zu einem garantierten Tarif einspeisen möchten Anlagengröße Tarif-Modell GültigkeitBis 10 kWp Marktprämie (variabel) Monatlich kündbar
10–100 kWp Marktprämie oder Fixpreis 1–3 Jahre
Über 100 kWp Ausschreibung EAG 20 Jahre💰
4. Finanzamt (steuerliche Meldung)
Steuerbefreiungen für kleine Anlagen:
• Einkommensteuer: Befreiung für Anlagen bis 35 kWp Engpassleistung und max. 12.500 kWh Einspeisung pro Jahr
• Umsatzsteuer: Reverse-Charge-Verfahren bei Stromverkauf an EVUs
• Elektrizitätsabgabe: Eigenverbrauch bis 5.000 kWh/Jahr steuerfrei
🏗️ Baurechtliche Vorgaben nach kWp-Leistung – Bundesland-Übersicht
Das Baurecht ist Ländersache – die Regelungen unterscheiden sich erheblich. Folgende Übersicht zeigt die Genehmigungspflichten nach Bundesland (Stand: Mai 2026) :
Bundesland Genehmigungspflicht / Besonderheiten
Burgenland Dachanlagen bis 20 kW Engpassleistung genehmigungsfrei; Freiflächenanlagen ab 20 kW genehmigungspflichtig (elektrizitätsrechtlich)
Kärnten Dachanlagen unabhängig von der Größe (seit 2021) nur noch anzeigepflichtig (bis 100 m²); Freianlagen immer baurechtlich genehmigungspflichtig; Anlagen über 5 kW benötigen Genehmigung nach K-ELWOG
Niederösterreich Aufdachanlagen auf Wohngebäuden genehmigungsfrei; Freianlagen ab 50 kW genehmigungspflichtig
Oberösterreich Freistehende Anlagen über 2 m Höhe anzeigepflichtig; Anlagen über 400 kW genehmigungspflichtig
Salzburg Gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Längegenehmigungspflichtig
Steiermark Gebäudeunabhängige Anlagen über 3,50 m Höhe; Freiflächen über 100 kWp oder 400 m² genehmigungspflichtig
Tirol Dachanlagen über 100 m²; Freianlagen über 250 kWp genehmigungspflichtig
Vorarlberg Gebäudeunabhängige Anlagen über 2,75 m Höhe und 9 m Längegenehmigungspflichtig
Wien Anlagen in Grünland-Schutzgebiet/Bausperre oder Schutzzonen (unter 15 kWp) genehmigungspflichtig
⚠️ Wichtige Sonderregelungen (2026)
• Denkmalschutz: Alle Anlagen an denkmalgeschützten Gebäuden benötigen immer eine Genehmigung des Bundesdenkmalamtes
• Ansteuerbarkeit: Neue PV-Anlagen ab 3,68 kW netzwirksamer Leistung müssen ab Juni 2026 ansteuerbar sein
• Spitzenkappung: Netzbetreiber können die Einspeiseleistung neuer Anlagen auf bis zu 70 % der PV-Modulleistung begrenzen (ausgenommen Anlagen unter 7 kW netzwirksamer Leistung)
• Versorgungsinfrastrukturbeitrag: PV-Anlagen bis 20 kW können weiterhin kostenfrei einspeisen; größere Anlagen zahlen ab 2027 0,05 ct/kWh
Kümmert mich der Temperaturkoeffizient Pmax?
JA! Er ist einer der wichtigsten Werte im Datenblatt eines Solarmoduls. Er sagt Ihnen, wie sich die Leistung des Moduls verändert, wenn die Temperatur steigt oder fällt.
🔍 Was bedeutet der Wert -0,290 %/°C genau?
Dieser Wert gibt an, um wie viel Prozent die maximale Leistung (Pmax) des Moduls pro Grad Celsius (°C) abnimmt, sobald die Temperatur der Solarzelle über 25 °C steigt.
- Die Referenztemperatur von 25 °C: Die Nennleistung (z.B. 400 Watt Peak) wird unter Standard-Testbedingungen (STC) bei einer Zelltemperatur von 25 °C gemessen.
- Der negative Wert: Das Minuszeichen zeigt, dass die Leistung bei steigender Temperatur sinkt.
- Die konkrete Auswirkung: Steigt die Temperatur Ihrer Solarmodule um 1 °C über 25 °C, verringert sich ihre Leistung um 0,290 %.
📊 Ein praktisches Beispiel
Um das zu veranschaulichen: An einem heißen Sommertag kann die Temperatur von Solarmodulen auf einem Dach 60 °C bis 70 °Cerreichen.
Nehmen wir an, Ihr Modul hat eine Nennleistung von 400 Wp und erreicht eine Zelltemperatur von 65 °C. Das ist ein Unterschied von 40 °C zur Referenztemperatur von 25 °C.
•Leistungsverlust pro °C: 0,290 %
•Gesamtverlust bei 40 °C Differenz: 40 °C × 0,290 %/°C = 11,6 %
Ihr 400-Wp-Modul würde an diesem heißen Tag also nur noch etwa353,6 Watt(400 Wp × 88,4 %) liefern. Dieser Effekt ist völlig normal und tritt bei allen Solarmodulen auf.
💡 Was sagt mir dieser Wert für die Praxis?
• Ein niedrigerer (negativer) Wert ist besser: Ein Wert von -0,29 %/°C ist sehr gut.
Zum Vergleich: Viele Standardmodule haben Werte zwischen -0,35 %/°C und bis zu -0,45 %/°C. Ihr Modul verliert bei Hitze also weniger Leistung als der Durchschnitt
.• Entscheidend für warme Standorte:
Dieser Vorteil ist besonders wichtig in Regionen mit heißen Sommern oder bei Installationen mit schlechter Hinterlüftung (z.B. auf Flachdächern).
• Kein Grund zur Sorge:
Der Wert ist eine physikalische Eigenschaft von Silizium-Solarzellen und kein Fehler des Moduls. Im Winter, wenn die Module kälter als 25 °C sind, kehrt sich der Effekt sogar um, und die Module liefern mehr als ihre Nennleistung.
Zusammengefasst: Der Temperaturkoeffizient Pmax von -0,290 %/°C ist ein hervorragender Wert. Er bedeutet, dass Ihre Solarmodule auch an sehr heißen Tagen im Vergleich zu vielen anderen Modulen eine überdurchschnittlich gute Leistung erbringen.
Steigt Spannung und Strom bei Kälte?
Nur die Spannung steigt bei Kälte.
Der Strom hingegen sinkt bei Kälte leicht.
Das ist eine sehr häufige Verwechslung. Ich erkläre es Ihnen anhand von typischen Werten für moderne Solarmodule (Basis für Strom und Spannung die branchenüblichen Mittelwerte)
1. Die Spannung (Voc / Vmp) – sie steigt deutlich
• Typischer Koeffizient: ca. -0,28 % pro °C (für die Leerlaufspannung Voc).
• Temperaturdifferenz: Von 25 °C auf -20 °C sind das -45 °C.
• Berechnung: 45 °C × 0,28 % = +12,6 % Spannungsanstieg.
Beispiel an einem realen Modul:
Hat Ihr Modul bei 25 °C eine Leerlaufspannung (Voc) von 50 Volt, steigt diese bei -20 °C auf etwa 56,3 Volt an.
2. Der Strom (Isc / Imp) – er sinkt leicht
• Typischer Koeffizient: ca. +0,05 % pro °C (für den Kurzschlussstrom Isc).
Da dieser Wert positiv ist, bedeutet das - Wird es kälter, wird der Strom weniger!
• Temperaturdifferenz: Wieder -45 °C.
• Berechnung: 45 °C × 0,05 % = -2,25 % Stromrückgang.
Beispiel an einem realen Modul: