FAQ PV-ANLAGE
Was Sie schon immer über PV‑Anlagen wissen wollten – aber sich nie zu fragen getraut haben.
Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?
Photovoltaikwandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Stromum.Solarthermie nutzt die Sonnenenergie zur Erwärmung von Wasser oder Heizungsunterstützung. Beide Systeme können kombiniert werden, haben aber unterschiedliche Komponenten und Einsatzbereiche.
Wie funktioniert eine PV‑Anlage?
Solarzellen (meist aus Silizium) wandeln das Sonnenlicht in Gleichstrom um.
Ein Wechselrichter mit MPPT wandelt diesen in haushaltsüblichen Wechselstrom um. Dieser Strom kann direkt im Haushalt genutzt, in einem Batteriespeicher zwischengespeichert oder ins öffentliche Netz eingespeist werden.
Was bedeutet kWp (Kilowatt Peak)?
kWp ist die Spitzenleistung einer PV‑Anlage unter standardisierten Laborbedingungen.
Sie gibt an, wie viel Strom die Anlage bei idealer Sonneneinstrahlung (1000 W/m²) maximal liefern kann.
👉 Faustregel: 1 kWp erzeugt in Mitteleuropa etwa 900–1.100 kWh Strom pro Jahr.
Was kostet eine PV‑Anlage?
Die Kosten liegen aktuell (2026) bei etwa 1.100–1.700 € pro kWp inklusive Montage ohne Speicher.
👉 Beispiel: Eine 10‑kWp‑Anlage kostet also rund 11.000–17.000 €.
Wie lange dauert die Amortisation
Die Kosten und der Ertrag einer PV‑Anlage hängen von Faktoren wie Lage, Neigungswinkel und Modultechnologie ab.
Mehr erfahren Sie mit unserem PV‑Rechner.
Was beeinflusst die Wirtschaftlichkeit?
- Eigenverbrauchsquote – je höher, desto besser
- Strompreis – jede selbst genutzte kWh spart 30–40 Cent
- Einspeisevergütung – für überschüssigen Strom (derzeit ca. 5–8 Cent/kWh)
- Ausrichtung & Neigung der Module
- Förderungen – senken die Investitionskosten
Lohnt sich eine PV‑Anlage auch mit Speicher?
Ja, aber die Amortisation dauert etwa 5 Jahre länger.
Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch von ca. 30 % auf 60–70 % – das lohnt sich besonders bei:Hohem Stromverbrauch (Familie, Wärmepumpe, E‑Auto, Gewerbe, Industrie)
- Geringer Einspeisevergütung
- Steigenden
- Strompreise inkl. Netzgebühr und Abgaben
Welche Förderungen gibt es für PV‑Anlagen in Österreich 2026?
Die Förderung erfolgt nach dem Erneuerbaren‑Ausbau‑Gesetz (EAG) und wird von der OeMAG(Österreichische Abwicklungsstelle für Ökostrom) abgewickelt.
- EAG‑Investitionszuschuss Einmaliger Investitionszuschuss für PV‑Anlagen und Speicher
- PV‑Förderung Je nach Kategorie: 120–150 €/kWp
- Speicherförderung 150 €/kWh für gleichzeitig neu errichtete Speicher
- „Made‑in‑Europe“‑Bonus Bis zu 20 % Zuschlag auf europäische Komponenten (ab 2. Förderrunde)
Muss ich Steuern auf meine PV‑Anlage zahlen?
Nein – für private Kleinanlagen gelten großzügige Steuerbefreiungen:
Steuerart: Regelung in Österreich
Einkommensteuer: Erlöse aus der Einspeisung von bis zu 12.500 kWh pro Jahr sind steuerfrei. Bei Partnerschaften gilt ein Freibetrag von 25.000 kWh/Jahr.
Umsatzsteuer: Der Nullsteuersatz für PV‑Anlagen bis 35 kWp endete am 31. März 2025. Seit 1. April 2025 gilt wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz von 20 %.
Gewerbesteuer: Für private Anlagen nicht relevant.
👉 Wichtig: Der Einkommensteuer‑Freibetrag gilt pro Person – bei gemeinsamen Betrieb (z.B. Ehepaar) kann er entsprechend höher ausfallen.
Muss ich eine Steuererklärung abgeben?
Nur wenn Sie mehr als 12.500 kWh pro Jahr einspeisen.
In diesem Fall sind die darüber hinausgehenden Einkünfte steuerpflichtig.
Wie groß sollte mein Speicher sein?
Die Faustregel „1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch“ ist eine grobe Vereinfachung. Entscheidend für die Speicherdimensionierung ist das tatsächliche Lastprofil – nicht der pauschale Jahresverbrauch. Eine berufstätige Familie verbraucht tagsüber wenig Strom, daher muss der Speicher die Abwesenheitszeiten überbrücken können.
Wie hoch ist der Eigenverbrauch mit Speicher?
Die Daumenregel!
Ohne Speicher: ca. 20–30 %
Mit Speicher: ca. 60–70 %
Wird der Speicher gefördert?
Ja. Für gleichzeitig mit der PV‑Anlage neu errichtete Speicher gibt es einen Investitionszuschuss von 150 €/kWh. (2026)
Wie lange dauert die Installation?
Bei Anlagen bis 10 kWp in der Regel 2–3 Werktage.
Wie oft muss eine PV‑Anlage gewartet werden?
PV‑Anlagen sind wartungsarm. Empfohlen werden:
- Jährliche Sichtprüfung (Module, Kabel, Wechselrichter)
- Reinigung bei starker Verschmutzung (Vogelkot, Pollen, Staub)
- Wechselrichter‑Check alle 5–10 Jahre
Wie lange hält eine PV‑Anlage?
- Module: 25–40 Jahre (Hersteller abhängig)
- Wechselrichter: 10–15 Jahre (ggf. einmaliger Austausch)
- Speicher: 10–15 Jahre (je nach Zelltechnologie)